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OPC - Die Not förderte die Entdeckung des wertvollen Wirkstoffs

OPC ist die Abkürzung für Oligomere Proanthocyanidine. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Polyphenolen gezählt werden. Hier gehören sie zu den Flavanole, einer Untergruppe der Flavonoide.

Was häufig von Pflanzen nicht gegessen wird, ist oft besonders wertvoll

Die natürliche Ernährung des Menschen schliesst unter anderem viele Pflanzenteile ein, auf die heute nicht mehr zurückgegriffen wird oder, die vor dem Verzehr beziehungsweise vor der Verarbeitung entfernt werden. Dazu gehören beispielsweise die weissen Häutchen an Orangen. Sie sind reich an Ballaststoffen und ihr bitterer Geschmack stellt unter Beweis, dass sie einen bemerkenswerten Anteil an Flavonoiden haben. So sind es bei anderen Pflanzen auch gerade diese häufig verschmähten Bestandteile, in denen eine erhöhte Konzentration an OPC nachgewiesen werden kann. Dazu zählen unter anderem die Kerne sowie die roten Schalen von Trauben, Rinden bestimmter Bäume vor allem Kiefern oder auch die Häutchen von Erdnüssen.

So wurde OPC entdeckt

Letztere sind dabei dafür verantwortlich, dass OPC entdeckt wurde. Hier stellte sich nämlich in den Jahren 1947 und 1948 der französische Professor Jack Arthur Masquelier die Frage, ob diese überhaupt zu Verfütterungszwecken geeignet sind. Auslöser seiner Forschungen war die Not der Nachkriegsjahre. Aus dem Wenigen, das in dieser Zeit verfügbar war, sollte alles genutzt werden, um es unter anderem für die Tierfütterung einzusetzen. Der aus dem Mangel geborene Zufall führte Masquelier also zur Isolierung von OPC aus eben diesen Erdnuss-Häutchen.

Eine Entdeckung mit Folgen

In der Folge gewann dieser Stoff immer mehr Aufmerksamkeit und seine Auswirkungen auf den menschlichen Organismus wurden in Tausenden von wissenschaftlichen Studien untersucht. Die konkreten Vorteile von OPC werden zwar an verschiedenen Stellen benannt. Dennoch ist sich die Forschergemeinde bis heute noch nicht einig, welche positiven Eigenschaften OPC letztendlich zuzuschreiben sind. Masquelier hingegen wird es sehr gefreut haben, dass sich neben der Rinde der maritimen Kiefer gerade auch die Schalen von roten Trauben und Traubenkerne als besonders OPC-reich erwiesen haben. Seine universitäre Wirkstätte war nämlich Ende der 1940er Jahre in Bordeaux, dem Weinherzen der Welt.